Die Eindrücke der vergangenen Tage in Demini lassen uns nicht los. Die uns bekannte „Zivilisation“ bleibt uns anfänglich fremd. So viele Autos, Stress, Lärm. Ein kleines Detail: Während wir in Demini nie irgendwelche Probleme gesundheitlicher Art haben, erwischt uns eine Magenverstimmung nach einem Mittagessen, als wir zurück in Boa Vista sind.

Der Rückflug in die Schweiz ist sehr ermüdend, verläuft aber problemlos. Am Flughafen in Genf werden wir von Thomas Pizer von der NGO Aquaverde und von drei Vertretern des Volkes der Paiter Suruí Arildo, Agamenon und Mipiry, empfangen. Erstmals treffen die Yanomami auf die Suruí. Der Empfang ist herzlich, und es kommt aus, dass sich Davi und Arildo doch schon an einem Meeting in Brasilia getroffen haben.

Wir fahren zum Appartement, das uns beherbergen wird, und treffen uns gegen Abend bei der UNO, um die Zugangsbadge zum Expert Mechanism on the Rights of Indigenous Peoples zu erhalten. Wir haben diesen Mechanismus bewusst für den Besuch an der UNO ausgewählt, weil einmal im Jahr während einer Woche 5 unabhängige Experten über die Probleme der indigenen Völker in aller Welt diskutieren und Massnahmen vorschlagen. Zudem treffen hier Vertreter von indigenen Völkern aus aller Welt ein, um ihre Anliegen selber vortragen zu können. Und in dieser Woche ist auch die höchste Person innerhalb der UNO-Hierarchie, die Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker, Victoria Tauli Corpuz, anwesend. Die Badges werden uns Zugang zu den Personen und Institutionen geben, um mit ihnen über die Probleme der Indigenen im Amazonas zu diskutieren.

Der Abend wird kurz, die Erschöpfung von der Reise noch so gross, dass wir uns früh ins Bett legen.