Vor Kurzem erhielt ich von Davi Yanomami die Wunschliste für die Geschenke an die Dorfgemeinschaft seines Dorfes. Wir werden demnächst Davi in seinem Dorf Demini besuchen gehen und dort die Reise vorstellen und die Gemeinschaft über die Wichtigkeit der internationalen Unterstützungsarbeit informieren. Anschliessend werden wir mit Davi und weiteren Indigenen auf die Reise gehen. Als Entschädigung für das Fehlen ihres Chefs und Schamanen Davi hat die Dorfgemeinschaft eine Geschenkliste zusammengetragen, eine sogenannte matihipë. Darunter sind Buschmesser, Hängematten, Angelhaken, Schnüre und Fäden, Sandalen und Seife. Es sind die beliebten Produkte, die sie entweder selber nicht herstellen können oder nicht dieselbe Qualität erzielen. Für Davi ist es sehr wichtig, dass seine Dorfgemeinschaft ebenfalls von seinem Kampf für die Indigenenrechte profitiert.

Davi gehört neben dem Kayapochef Raoni zu den bekanntesten Indigenenführern des Amazonas. Seit mehreren Jahrzehnten setzt sich Davi weltweit für die Erhaltung des Amazonas ein und durfte schon auf grossen Foren auftreten. In seinem Reservat machen ihm ganz besonders die Goldwäscher sorgen. Sie zerstören den Wald, vergiften das Wasser und reagieren auf Widerstand der Indigenen mit brutaler Gewalt. Anfangs der 90-er Jahre starben bei einem Massaker 23 Yanomami – ein traumatisches Erlebnis für dieses Volk.

Solche Erlebnisse sind mit ein Grund dafür, dass nun auch die Goldindustrie in den Fokus der Indigenen und unseren Kampagnen gekommen ist. Gerade in Brasilien hat die Politik im Zusammenhang mit den unglaublichen Korruptionsfällen jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Gleichzeitig wird der Einfluss der UNO auf die Menschenrechtslage eher schwächer. Die Wirtschaft nun in die Verantwortung zu ziehen, scheint uns daher eine vielversprechende Ergänzung. Wir werden daher auch den Kontakt mit den progressiveren Firmen in den kommenden Wochen suchen, um Lösungen für das Goldproblem und die Indigenenrechte zu finden.