Wir haben einen etwas verrückten Tag vor uns. Die Indigenen wünschten sich, Gespräche mit Firmen zu führen, die Gold beziehen und verarbeiten. Eine der weltgrössten Goldraffinerien, Argor Heraeus, ist für einen Besuch der Indigenen bereit. Wir nehmen mit einem Kleinbus die lange Reise unter die Räder und verbringen daher den grössten Teil des langen Tages im Bus. In Mendrisio werden wir freundlich empfangen. Die Raffinierung des Goldes wird uns gezeigt. Danach besprechen wir die Probleme der Indigenen. Argor nimmt klar Stellung dazu, dass sie kein Gold aus derart umstrittenen Gebieten bezieht und beziehen wird. Gebiete wie Madre de Dios in Peru oder Gold aus Indigenengebieten ohne Einwilligung der Indigenen kommt für sie nicht in Frage. Sie erklären, wie sie die Sorgfaltsprüfung durchführen. Streitpunkt besteht vor allem in der Transparenzfrage. Auch wenn die Firma zugibt, dass die Frage nach der Herkunft des Goldes zunehmend wichtiger wird, sind sie nicht bereit, die Namen der Lieferanten bekannt zu geben. Ebenfalls nicht nachvollziehbar war die Weigerung der Firma, dass das Treffen gefilmt werden kann. Wer nichts zu verbergen hat, hat auch vor einer Kamera keine Angst. Argor Heraeus respektive der neue Besitzer, Heraeus in Deutschland, der früher nur eine Beteiligung an Argor Heraeus hatte, scheint noch immer vom Schock der Klage gegen Argor Heraus wegen der Verarbeitung von Blutgold aus dem Kongo geprägt zu sein. Die Firma könnte sich durchaus besser beraten lassen, was eine offene und transparente Auseinandersetzung mit Problemen angeht.

Trotzdem erachten wir dieses Treffen als zaghafte Schritte in Richtung Anerkennung der Probleme und Suche nach Lösungen. Wir hoffen, entsprechend auch in der Diskussion um die Transparenz bald voran kommen zu können.