Heute reisen wir mit dem Besuch in die Berge. Bei Chamonix wollen wir ihnen die Gletscherwelt zeigen. Die Indigenen sind beeindruckt von der Autobahn, von den riesigen Parkplätzen voller Autos und dem kleinen roten Zug, der alle 20 Minuten einen Schwall von Touristen aus aller Welt in die Höhe fährt – mit dem Zahnrad. Alle Indigenen sind tief beeindruckt von der Kraft der Bergwelt. Davi erzählt von seinen schwarzen Visionen der mächtigen Kräfte, die auf die Welt prallen werden. Einerseits werden, nach seinen Voraussagungen und derjenigen weiterer Schamanen, grosse Überschwemmungen weite Teile der Welt vernichten, andererseits ist Davi überzeugt, dass dort in den Bergen riesige Gesteine runterfalle werden und grosse Teile der Erde in Brand setzen werden. Die Wolken um die Berggipfel verleihen dem Ausblick in der Tat ein bedrohliches Gesicht. Dário, Davi’s Sohn, ist überzeugt, dass die Berge wegen der vielen Fotos der Touristen grollen und sich das Gesicht mit den Wolkenbänken verbergen.

Wir laufen runter zur Gletscherzunge. Auf dem Weg runter beeindrucken uns die Jahreszahlen mit dem Stand der Gletscherhöhe. Es gibt kaum einen deutlicheren Beleg für die Klimaerwärmung als der Rückzug der Gletscher. Auch die Indigenen beschäftigt das Thema sehr. „Wir leiden unter der Abholzung des Waldes, Euch wird der Gletscher gestohlen“.

Auf den Facebookseiten der jüngeren Indigenen Vertreter – sie sind sehr aktiv auf Facebook im Gegensatz zur Elterngeneration, die keinen Internetzugang haben –  tauchen die Fotos vom Besuch der Berge bereits kurz nach der Rückkehr auf.